Rockabilly
Entstand Mitte der 1950er Jahre, als junge Musiker in den amerikanischen Südstaaten den schwarzen Rhythm & Blues auf ihre Art und mit den ihnen vertrauten Instrumenten neu interpretierten.Ab etwa 1956 versuchten einige Interpreten den ländlichen Unterton dieses Stils abzuschütteln, um auch überregional Erfolg zu haben. Der Begriff Rockabilly setzte sich nur allmählich durch und hatte zuerst einen selbstironischen Beiklang, denn die Assoziation mit Hillbilly (= Landei, Hinterwäldler) betonte das Provinzielle, Ländliche dieser Musik.
Populär und einem breiten Publikum bekannt wurde der Begriff erst im Zuge des Rockabilly-Revivals Anfang der 1980er Jahre. Auch heute noch gibt es auf der ganzen Welt (vor allem in England, Deutschland, restliches Europa und Japan) eine kleine aber lebendige Rockabilly-Kultur. Sie tritt zum Beispiel bei Konzerten, regelmässigen Zusammenkünften, Oldtimer-Treffen oder eigenen Zeitschriften zu tage.
Im Zentrum der Entwicklung des Rockabilly steht das kleine Label Sun Records (u. a. Carl Perkins, Jerry Lee Lewis, Johnny Cash, Elvis Presley) in Memphis, Tennessee. Gründer Sam Phillips war ein Bluegrassmusiker mit Affinität zum Rhythm & Blues, vormals noch "Race Music" genannt, der Musik der schwarzen Unterschicht.
Phillips schwebte vor, die erotische und quasi-religiöse Sprengkraft der schwarzen Musik einem breiten, weißen Publikum zugänglich zu machen. Sein Label hatte sowohl weiße als auch schwarze Musiker unter Vertrag, was Anfang der 1950er Jahre äußerst ungewöhnlich war, denn damals herrschte im gesamten Süden eine derart restriktive Rassentrennung, dass man von zwei parallelen, fast hermetisch geschlossenen Musikwelten sprechen kann, die jeweils ihre eigenen Clubs, Labels, Plattenläden und Radiostationen unterhielten.
In der weißen Mittelschicht brodelte schon seit Ende der 1940er Jahre eine Jugend-Protestkultur, die sich zunächst über weiche Drogen und über die Literatur der Beat Generation definierte. Auch Bücher wie Catcher in the Rye erlangten Kultstatus bei den Jugendlichen, weil sie erstmals ein speziell "jugendliches" Lebensgefühl beschrieben, in dem die gängige Moral als eng und störend empfunden wurde. Eine einheitliche Jugendmusik fehlte jedoch zunächst noch.
Vor allem bei den Jugendlichen sah Sam Phillips eine Marktlücke für seine Idee einer neuen, schwarz-weißen "Pop"-Musik. Der junge Elvis Presley, ab 1954 bei Sun, diente ihm dabei (neben anderen) als

Verbindungselement beider Musikhemisphären, denn er hatte, entgegen seiner Hautfarbe, einen guten Schuss Gospel und Rhythm & Blues in der Stimme.
Als erster Rockabilly-Titel der Geschichte gilt die 1954 bei Sun eingespielte Aufnahme „That’s alright Mama“ des 19jährigen Elvis Presley, zusammen mit Scotty Moore (Gitarre) und Bill Black (Bass), angeblich aus dem Mitschnitt einer Pausenspielerei entstanden. Bei der bläser- und schlagzeugfreien Spar-Besetzung handelt es sich um eine typische weiße Countrybesetzung, die auf das konservative Reglement der Grand Ole Opry in Nashville zurückgeht, der wichtigsten Countryshow der USA.
emotion mit schmerz und ohne - 22. Apr, 18:49













